Valentinstag, Tag der Liebenden

Tradition, Ursprünge und Kosenamen.

Der 14. Februar ist unter Liebespaaren gut bekannt, denn es handelt sich, wie jeder weiß, um den Valentinstag, den Tag, an dem man seinem Partner traditionell ein Geschenk macht. Bietet ein besonderer Tag, um die Liebe zu feiern, nicht den idealen Anlass, um etwas Freude in unser Leben zu bringen, oder ist es nur ein weiterer Anreiz zum Konsum? Die Franzosen sind sich der Tatsache bewusst, dass ihre Hauptstadt oft mit Liebe und Romantik in Verbindung gebracht wird. Doch worauf legen sie zum Valentinstag besonderen Wert?

 

Ein fragwürdiges, aber beliebtes Fest

Manch einer behauptet, der Valentinstag sei nichts mehr als ein Feiertag, der von unserer konsumorientierten globalisierten Gesellschaft erfunden wurde. Die Confiserien sollen diesen Tag ins Leben gerufen haben, um ihre unverkauften Bestände an Weihnachtspralinen abzuverkaufen. In der Tat bietet ein Feiertag im Februar durchaus die Möglichkeit, das Geschäft wieder etwas anzukurbeln, da es ansonsten bis zur Osterzeit eher ruhig ist. Auch Juweliere mögen auf diesen außergewöhnlichen Tag für den Schmuckhandel nicht verzichten. Was die Franzosen betrifft, so denken 80 %, dass es sich um einen kommerziellen Feiertag handelt, dennoch nutzen 75 % von ihnen diesen Anlass, um ihrem Partner ein Geschenk zu machen!

 

Unklare Herkunft

Aber wo liegen die Ursprünge des Valentinstags? Es ist schwierig, hierzu eine eindeutige Antwort zu geben, da sich die Historiker nicht einig sind. Einige verweisen auf die Römer, die anlässlich des Fests der Lupercalien den Gott der Fruchtbarkeit, Lupercus, ehrten. Doch besaßen diese Feiern bei weitem nicht die romantische Dimension, die heute dem Fest zu eigen ist. Andere Historiker erklären, dass der Valentinstag in der Mitte des Monats Februar liegt, weil dies die Zeit ist, in der Vögel ihre Nester bauen, was beim Menschen der Gründung eines trauten Heimes entspräche.

In Frankreich gab es das Fest der Liebenden nicht immer. Wir haben dieses angelsächsische Fest übernommen, um den französischen Frauen endlich die Möglichkeit zu geben, ihren Valentin auszuwählen, mit ihm zu tanzen oder mit ihren Verehrern zu plaudern. Deshalb sehen einige Soziologen den Valentinstag als einen Schritt in Richtung Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Denn in der Vergangenheit war es vielmehr Brauch, sich ein Mal zu treffen, um dann zu heiraten. Aber je nach Region kann das Fest für Verliebte unterschiedliche Formen annehmen. In Lothringen bedeutete ein Brauch namens „la Saudée“, dass im Mittelalter alle Männer im heiratsfähigen Alter fiktive Paare mit einer Braut ihrer Wahl bildeten. Alle trafen sich daraufhin auf dem Dorfplatz. Diese imaginäre Verlobung dauerte ein Jahr, während dessen die jungen Männer ihrer Auserwählten Geschenke machen mussten.

 

Die häufigsten Geschenke

Doch was schenken Männer der Frau, die sie lieben, am häufigsten? Im Allgemeinen ist der traditionelle Blumenstrauß das erfolgreichste Geschenk noch vor dem Ring und dem Abendessen bei Kerzenlicht. Viele Franzosen wählen Rosen, aber nichts hindert Sie daran, einen Strauß mit Hyazinthen, Mimosen oder Hahnenfuß zu schenken. Um den Planeten zu schonen, wählen Sie statt importierter Rosen, die Tausende von Kilometern zurücklegen, bevor sie in Europa ankommen, Blumen der Umgebung, die umweltfreundlicher sind!

 

Süße Worte

Sie können Ihren Geliebten natürlich Mon Chéri bzw. Ma Cherie nennen. Aber kennen Sie auch noch andere Kosenamen, sogenannte „mots doux“, die Sie der Person, die Sie lieben, zuflüstern können? Sie sollten wissen, dass es den Franzosen in diesem Punkt nicht an Fantasie mangelt! Wenn Sie die Tierwelt lieben, sind Kosenamen wie Mon Chat, Mon Lapin oder Ma Biche (der Kosename, den Louis de Funès seiner Frau in seinen Filmen gab) perfekt. Wenn Ihre bessere Hälfte Sie zufällig Ma Puce oder Mon Canard nennt, ist das nicht abwertend gemeint, ganz im Gegenteil! Kosenamen wie Mon Choux, Mon Sucre d’orge oder mein Pain d’épices empfehlen sich für die Liebhaber der Gastronomie... Was die unverbesserlichen Romantiker betrifft, warum nicht den großen Klassikern wie Ma Dulcinée oder Mon Roméo den Vorzug geben?

 

Ausdrücke über Liebe

Die französische Sprache ist ebenfalls reich an Ausdrücken, mit denen man seine Gefühle erklärt. Je suis tombé amoureux de … ist der häufigste Ausdruck. In Quebec hält man sich eher an die englische Übersetzung und sagt stattdessen Je suis tombé en amour. Der Ausdruck Avoir le coup de foudre beschreibt die Liebe auf den ersten Blick. Menschen mit einem „Cœur d‘artichaut verlieben sich sehr leicht und schnell. Déclarer sa flamme à quelqu’un bedeutet, ihm oder ihr eine Liebeserklärung machen. Was Avoir le béguin angeht, so handelt es sich um eine altmodische Ausdrucksweise, um zu sagen, dass man Gefühle für jemanden hat. Schließlich bedeutet Mon cœur bat la chamade, dass Ihre Herzfrequenz sehr schnell ansteigt, sobald Sie Ihren geliebten Menschen sehen.

 

Frankreich und der Valentinstag

In Frankreich haben wir einen Comic-Zeichner, der dank seiner Bilder von Jugendlichen berühmt wurde. Es ist Raymond Peynet, Autor von „Les Amoureux“, diesem romantischen Pärchen, das seit 1942 auf Postern, Briefmarken, Postkarten und sogar auf Porzellan abgebildet ist. Eines der beiden Museen, die ihm gewidmet sind, befindet sich in Antibes, unweit der Place Nationale.

Wussten Sie, dass es in Frankreich ein Dorf mit dem süß klingenden Namen „Saint-Valentin“ gibt? Im zentralfranzösischen Berry gelegen, hat es seine eigenen Briefmarken und einen „Jardin des Amoureux“. In diesem Garten können Liebespaare im „Arbre à souhaits“ (dessen Blätter wie Herzen geformt sind) ihre Namen eingravieren. Obwohl dieses Dorf nur dreihundert Einwohner zählt, ist es in Japan sehr bekannt, denn jedes Jahr kommen japanische Paare nach Frankreich, um diesen einzigartigen Ort zu besuchen.

Sprachaufenthalt am Centre International d'Antibes

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