Die Franzosen und das Geld

Die Franzosen und das Geld

Lässt sich mit Franzosen leicht über Geld reden? Was sind die häufigsten französischen Ausdrücke für Geld? Entdecken Sie hier mit uns alle Details des Verhältnissen „Franzosen und Geld“

Klischee oder Wahrheit?

Lässt sich mit den Franzosen leicht über Geld reden? Bekennen sich reiche Franzosen öffentlich zu ihrem Reichtum? Ist dieses Verhältnis zum Geld nicht bloß eines von vielen Klischees über Franzosen? Es ist richtig, dass die Leute in Frankreich nicht gern spontan über ihr Gehalt sprechen, und dass das Zurschaustellen von Statussymbolen als unangenehm empfunden werden kann. Außerdem gilt Frankreich oft als ein Land, das seine Reichen gerne besteuert. Obwohl sich dieser Ruf tendenziell ändert, kennen wir alle Künstler oder Sportler, die ins Ausland gezogen sind, um zu hohe Steuern zu vermeiden.

Geld in der Umgangssprache

In der Sprache Molières finden sich, wie in allen anderen Sprachen, viele umgangssprachliche Ausdrücke beziehungsweise Begriffe aus dem Argot, um Geld im Allgemeinen zu bezeichnen. „Le fric“, „l’oseille“, „le blé“, „le pognon“, „la thune“,… sind allesamt Ausdrücke, die Franzosen häufig verwenden, wenn es um Geld geht. Es gibt bestimmte französische Ausdrücke, wie zum Beispiel jemand, der seine Ersparnisse verjubelt, wird als „flambeur“ bezeichnet. Über eine sehr wohlhabende Person sagen die Leute in der Umgangssprache, sie „est plein(e) aux as“, wohingegen derjenige, der kein Geld hat „dans la dèche“ ist. Schließlich hat eine geizige Person „des oursins dans les poches“ (für den Fall, dass du es vergessen hast,: l'oursin zählt zu den Meeresfrüchten, es ist ein Seeigel mit schwarzen Stacheln, der oft in den Restaurants von Antibes serviert wird). In Italien ist „kurze Arme haben“ " ein gleichwertiger Ausdruck. Was die Polen anbelangt, so hat jemand, der nur ungern sein Geld ausgibt, „eine Schlange in der Tasche“!

Ein Land mit vielen Einflüssen

Die Tabus im Zusammenhang mit Geld lassen sich teils durch den Einfluss des Christentums erklären, das materiellem Reichtum oft den geistigen Reichtum entgegensetzt. Vergessen wir auch nicht, dass die Franzosen eine ländliche Mentalität geerbt haben: Die Bauern vermieden es, über Geld zu reden, um sich keine Neider zu schaffen. Da sie alle ihre Ersparnisse zu Hause aufbewahrten, riskierten sie im Falle eines Diebstahls, alles zu verlieren. Kurz gesagt, im Grunde haben die Franzosen keine kapitalistische bzw. liberale Vision der Welt, was aber nicht heißt, dass sie sich keine Sorgen ums Geld machen. Umverteilung und Gleichheit sind schlicht Werte, die ihnen wichtig sind. Vergessen wir nicht, dass die Französische Revolution, eines der Symbole Frankreichs, soziale Ungleichheiten beseitigen und Privilegien abschaffen sollte!

Sprachaufenthalt am Centre International d'Antibes

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