Französische Verben und Konjugationen lernen

Französische Verben und Konjugationen lernen

Geschrieben am 10.07.2019, von Jean-Luc | Kategorie Französisch lernen

Wenn man Menschen, die Französisch lernen, fragt, was für sie die schwierigsten Aspekte sind, erwähnen viele die Aussprache bzw. das Sprechen. Die Mehrheit antwortet jedoch, dass das Hauptproblem die Grammatik und genauer gesagt die Konjugationen sei. Aber was macht diesen Bereich so schwierig? Kann man sich Eselsbrücken bauen? Gibt es eine Methode, um sich des Erlernen der Verbzeiten zu erleichtern? Worin bestehen die Unterschiede zwischen Französisch und anderen europäischen Sprachen in diesem Bereich?

Ein guter Start ist unerlässlich

Zuerst hast du gelernt, dass es im Französischen drei Gruppen von Verben gibt. Die erste Gruppe beinhaltet die Verben auf -er mit Ausnahme des Verbs aller, die zweite Gruppe sind die Verben auf -ir mit einem Partizip Präsensauf -issant (choisir, finir, fleurir usw.) Was die dritte Gruppe betrifft, so umfasst sie alle anderen Verben (aller, prendre, dormir, entendre ,…). Daher sollte die Verwendung von französischen Konjugationstabellen für Dich zu einem Reflex werden, denn es ist kaum möglich, alle bestehenden Verbformen auswendig zu kennen. Selbst Muttersprachler geraten gelegentlich ins Zweifeln und müssen eine Standardgrammatik zu Hilfe nehmen, um die korrekte Schreibweise eines schwierigen Verbs nachzuschlagen. Meistens ist das Erlernen der Konjugation auf das Lesen und Erlernen einer Lektion beschränkt. Daran schließen sich Anwendungs- und Systematisierungsübungen an, um seine Kenntnisse zu beurteilen. Aber das Schwierigste kommt noch: diese Verben im mündlichen Ausdruck zu verwenden. Einen Standpunkt im subjonctif auszudrücken, etwas zu erzählen, indem man das passé composé und das imparfait richtig einzusetzen weiß, oder ein Projekt im futur simple vorzustellen … Wenn Dir das gelingt, beweist es, dass Du diese Verbzeiten gut beherrschst. An Schwierigkeiten gibt es keinen Mangel, und man muss nicht immer nach einer logischen Erklärung suchen! Zum Beispiel schreiben wir il défend mit einem -d am Ende (vom Verb défendre), aber il peint mit einem finalen -t (vom Verb peindre).

Eselsbrücken und Lernhilfen

Natürlich kannst Du Dir merken, dass das Verb mourir nur ein R hat, weil „man nur einmal stirbt“, aber das betrifft den Infinitiv des Verbs und nicht seine konjugierten Formen! Für die Endungen des participe passé ist es am besten, sich zu fragen, wie das entsprechende weibliche Adjektiv lautet. Wir schreiben „j’ai réduit“, weil das entsprechende weibliche Adjektiv „réduite“ lautet, „j’ai pris“, weil das Adjektiv „prise“ ist etc. Schwierigkeiten bereitet oft die Schreibweise der Verben. Das Verb „être“ hat zum Beispiel 32 verschiedene Formen! Aber es gibt auch Verben wie „courir“ , deren Formen auch bei verschiedenen Personalpronomen dieselbe  Aussprache haben (je cours, il court, ils courent).

Si j’aurais su, j’aurais pas venu“! Alle Franzosen kennen diese Antwort. Es ist ein Satz aus dem Film La Guerre des boutons, der von Louis Pergauds Buch inspiriert wurde. Ein kleiner Junge, Petit Gibus, wiederholt ihn immer wieder, sobald er auf ein Problem stößt. Deshalb lernen die französischen Schülerinnen und Schüler, dass die „Si“ keine „rais“ mögen (les Si n’aiment pas les rais ), um sich so zu merken, dass auf das Wort „si“ niemals direkt das conditionnel folgen darf. Der korrekte Satz lautet also: „Si j’avais su, je ne serais jamais venu.

Devenir, revenir, monter, rester, sortir, venir, aller, naître, descendre, entrer, rentrer, tomber, retourner, arriver, mourir, partir. Sagen Dir diese Verben etwas? Es sind natürlich die sechzehn Verben, die mit dem Hilfsverb „être“ konjugiert werden. Um sicherzugehen, Sie alle behalten zu können, merke Dir den Satz „Dr und Mrs Vandertramp“. Eine tolle Eselsbrücke, in der der erste Buchstabe jedes Verbs enthalten ist (Devenir, Revenir, Monter, Rester,…).

Es ist besser, beim Erlernen der Verbzeiten eine gewisse Reihenfolge zu beachten. Am häufigsten wird diese genutzt: présent/futur proche/passé récent/passé composé/futur simple/imparfait/conditionnel présent und conditionnel passé. Dann kommen plus-que-parfait, subjonctif oder passé simple. Was den Modus Indikativ angeht, so weißt Du sicher, dass es vier einfache und vier zusammengesetzte Zeiten gibt. Doch was ist ein Modus und wie kann man sich die Namen aller Modi merken? Ein Modus ist die Möglichkeit, die durch das Verb bezeichnete Aktion zu betrachten. Eine Handlung, Tatsache oder ein Zustand können real, wahrscheinlich oder imaginär sein. So kann sich der subjonctif auf einen Willen, einen Wunsch, ein Urteil, ein Gefühl u. Ä. beziehen. Um Dir die Modi zu merken, solltest Du Dich daran erinnern, dass die ersten drei Modi im Französischen alle mit -i beginnen (infinitif, indicatif, impératif). Die vier anderen Modi sind conditionnel, participe, subjonctif und gérondif.

Mit welchen Werkzeugen lassen sich Konjugationen am ehesten erlernen? Die herkömmlichen Konjugationstabellen sind bei vielen immer noch beliebt. Für diejenigen, die es vorziehen zu zeichnen und zu schreiben, sind mentale Karten oder Mind Maps eine gute Alternative. Sie sind bunt, lebendig und persönlich. Ihre Baum- oder Sternform ist ideal, um die Endungen oder andere Aspekte der Verbform darzustellen. Wenn Du lieber mit Karten arbeitest, dann wähle diese Methode: Es ist eine weitere effektive Möglichkeit, Dich selbst zu prüfen. Zu den wichtigsten Verben, die die man kennen muss, stellen Dir die Lehrer des Centre International d’Antibes einen grammatikalischen Leitfaden zur Verfügung, aber Du kannst auch selbst eine Liste der hundert häufigsten Verben finden. Um französische unregelmäßige Verben zu lernen (aller, devoir, s’asseoir, essayer, paraître, venir, faire, …) ist es am einfachsten, sie in Deinem eigenen Tempo zu lernen.

Die französische Konjugation und andere Sprachen

Im Englischen wird die Verlaufsform (present continuous) anders konstruiert. Das Französische nutzt nicht das Hilfsverb „être“ und das Partizip Präsens. Was das Präteritum betrifft, so kann es dem französischen passé simple, imparfait oder passé composé entsprechen. Aber gerade für die Zukunftsform sind die Strukturen verschieden. Wo die Engländer sagen können : „When I am rich, I’ll buy a big house“, ist im Französischen das futur simple erforderlich. Was das Italienische anbelangt, so verwendet es den subjonctif mehr als das Französische. Der subjonctif imparfait (den die Franzosen nur selten nutzen!) wird häufig anstelle des indicatif imparfait in hypothetischen Sätzen verwendet. Auch die Spanier nutzen bestimmte Zeiten auf unterschiedliche Weise. Das passé simple, das in der Sprache von Molière literarisch genutzt wird, wird in der Sprache Cervantes‘ für Aktionen verwendet, die zu einem bestimmten Moment stattfanden und die inzwischen abgeschlossen sind. Da es unregelmäßige Verben gibt, ist es sicherlich das französische passé composé , das diesem passé simple am nächsten kommt.

Geschrieben am 10.07.2019, von Jean-Luc | Kategorie Französisch lernen
CIA
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